Musikalische Bildung 2035: Niedersächsische Musikschulen fordern politische Weichenstellungen
Mitgliederversammlung des Landesverbandes Niedersächsischer Musikschulen am 18. und 19. Juni 2026 in Peine
Hannover, 15.06.2026. Vertreterinnen und Vertreter der 74 öffentlichen Musikschulen in Niedersachsen kommen am 18. und 19. Juni 2026 zur Mitgliederversammlung und Jahrestagung des Landesverbandes niedersächsischer Musikschulen in Peine zusammen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Frage, wie die Strukturen musikalischer Bildung in Niedersachsen langfristig gesichert und weiterentwickelt werden können.
Unter dem Leitmotiv „Musikalische Bildung 2035 – jetzt die Weichen stellen!“ diskutieren Musikschulleitungen, Fachleute aus Wissenschaft und Praxis sowie politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger über die Zukunft der öffentlichen Musikschulen. Erwartet werden unter anderem Vertreterinnen der Landtagsfraktionen, der für die Ausbildung von Musikschullehrkräften zuständigen Hochschulen und der Präsident des Landesmusikrates Niedersachsen, Matthias Möhle. Der Landkreis Peine wird durch Landrat Henning Heiß, die Kreismusikschule Peine durch ihren Leiter Sven Trümper vertreten. Für die musikalische Umrahmung sorgen Schülerinnen und Lehrkräfte der Kreismusikschule.
Die öffentlichen Musikschulen sehen sich aktuell mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Neben dem zunehmenden Fachkräftemangel beschäftigen die Einrichtungen die Folgen des Herrenberg-Urteils, die Sicherung einer flächendeckenden musikalischen Bildung im ländlichen Raum sowie die Rolle der Musikschulen bei der Umsetzung des Ganztagsausbaus.
Ein Schwerpunkt der Tagung ist die Vorstellung aktueller Erkenntnisse der MIKADO-Musikstudie, die den bundesweiten Mangel an qualifizierten Musikschullehrkräften deutlich macht. In Diskussionsforen werden Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität des Berufsbildes, zur Erhöhung von Ausbildungskapazitäten sowie zur politischen Unterstützung der Bildungseinrichtungen erörtert. Darüber hinaus stehen Fragen der Landesförderung öffentlicher Musikschulen, der Zusammenarbeit mit Ganztagsschulen sowie nachhaltige Entwicklungsstrategien für die musikalische Bildungslandschaft auf der Tagesordnung.
„Musikalische Bildung ist kein freiwilliges Zusatzangebot, sondern integraler Bestandteil öffentlicher Bildungs- und Kulturverantwortung. Damit auch künftig alle Kinder und Jugendlichen unabhängig von Ihrer Herkunft Zugang zu hochwertiger musikalischer Bildung erhalten, braucht es jetzt entschlossene Weichenstellungen und vor allem finanzielle Unterstützung des Landes“, betont die Präsidentin des Landesverbandes niedersächsischer Musikschulen Frauke Heiligenstadt MdB, die die Tagung leiten wird.
Im Rahmen einer politischen Gesprächsrunde diskutieren Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Musikverbänden über konkrete Handlungsoptionen für Niedersachsen. Dabei wird der Landesverband seine aktuellen Forderungen an die Landespolitik vorstellen.
Zu den zentralen Anliegen der öffentlichen Musikschulen gehören:
- eine Anhebung der Landesförderung auf mindestens den Bundesdurchschnitt,
- eine Beteiligung des Landes an den Mehrkosten der Träger infolge des Herrenberg-Urteils,
- der Aufbau einer langfristigen Fachkräftestrategie für die musikalische Bildung,
- die dauerhafte Absicherung von Programmen kultureller Teilhabe sowie
- eine auskömmliche Finanzierung musikalischer Bildungsangebote im Ganztag.
Die Mitgliederversammlung und Jahrestagung des Landesverbandes niedersächsischer Musikschulen ist das wichtigste jährliche Treffen der öffentlichen Musikschulen des Landes. Sie bietet Gelegenheit zum fachlichen Austausch, zur politischen Diskussion und zur gemeinsamen Entwicklung von Perspektiven für die musikalische Bildung in Niedersachsen.
Termin: 18. und 19. Juni 2026 Ort: Hotel Schönau, Peine
Weitere Informationen: www.musikschulen-niedersachsen.de