Gute Arbeit an öffentlichen Musikschulen - Perspektiven der musikalischen Bildung in Niedersachsen

Mitgliederversammlung und Jahrestagung des Landesverbandes niedersächsischer Musikschulen2024 in Goslar

Der Landesverband niedersächsischer Musikschulen folgt der Einladung der Kreismusikschule Goslar und veranstaltet seine diesjährige Mitgliederversammlung und Jahrestagung am 30./31.05.2024 im Kulturmarktplatz (KUMA) der Stadt Goslar. Die Vertreter*innen der 74 öffentlichen und gemeinnützigen Musikschulen Niedersachsens machen sich bereit für neue bedeutsame Weichenstellungen für die künftige Entwicklung der außerschulischen musikalischen Bildung.

Im Mittelpunkt der Tagung stehen Fragen zu den Rahmenbedingungen musikpädagogischer Arbeit und zur künftigen personellen und finanziellen Ausstattung öffentlicher Musikschulen. Wachsende gesellschaftliche Herausforderungen – Stichworte: Kulturelle Teilhabe, Umsetzung des schulischen Ganztags, Integration und Inklusion, Nachwuchsförderung und Digitalität – sowie der steigende Bedarf an personellen und finanziellen Ressourcen erfordern eine Neubewertung der Zuständigkeit von Kommunen und Land für den Betrieb öffentlicher Musikschulen. Ende des vergangenen Jahres stellten die Regierungsfraktionen über die „Politische Liste“ zusätzlich zwei Millionen Euro zur Förderung der öffentlichen und gemeinnützigen Musikschulen zur Verfügung. „Die Regierungsfraktionen haben die Bedeutung der Musikschulen für unsere Gesellschaft erkannt und mit ihrer Entscheidung ein wichtiges Signal gesetzt. Uns ist bewusst, dass es nicht einfach ist, ein solches Signal in herausfordernden Zeiten zu setzen“, so die Präsidentin des Musikschulverbands, Frauke Heiligenstadt MdB.

Das Land hat damit auf die Forderung des Landesverbandes reagiert, mehr Verantwortung für die musikalische Bildung zu übernehmen. Die Erhöhung der strukturellen Landesförderung, die zuletzt nur noch 1,4 % der Gesamtbetriebskosten abdeckte, darf auch als Signal an die Kommunen und Landkreise verstanden werden, jetzt in ihrem Engagement für den Ausbau des Musikschulwesens nicht nachzulassen. Ziel ist eine anteilige Finanzierung des Landes von mindestens 10 % der Betriebsausgaben.

Aktuelle Bedeutung gewinnt die Frage der Finanzierung durch ein richtungsweisendes Urteil des Bundessozialgerichts, demzufolge der Einsatz von Honorarkräften an Musikschulen künftig praktisch ausgeschlossen ist. Die Umwandlung von Honorarverträgen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse setzt die betroffenen Träger nun unter hohen finanziellen Druck.

Eingeleitet wird die Mitgliederversammlung am Donnerstag, 30. Mai 2024, um 14.00 Uhr durch die Präsidentin des Landesverbandes niedersächsischer Musikschulen, Frauke Heiligenstadt MdB und Grußworten von Prof. Joachim Schachtner, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, von Landrat Dr. Alexander Saipa, Landrat des Landkreises Goslar, der Oberbürgermeisterin der Stadt Goslar, Urte Schwerdtner sowie von Thorsten Meister, dem Vorsitzenden des Trägervereins der Kreismusikschule Goslar. Im Anschluss an einen Impulsvortrag, den der Bundesvorsitzende des Verbandes deutscher Musikschulen (VdM), Friedrich-Koh Dolge zu den Erfordernissen zukunftsweisender Musikschularbeit halten wird, ist eine Podiumsdiskussion zum Thema „Gute Arbeit an Musikschulen - Herausforderungen gemeinsam tragen“geplant. Als Diskussionsteilnehmer*innen konnte der Landesverband herausragende Vertreter*innen aus der Kommunal- und Landespolitik gewinnen, darunter den Präsidenten des Niedersächsischen Landkreistages, Landrat Sven Ambrosy, den Kulturpolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Ulf Prange MdL und Pippa Schneider MdL, wissenschaftspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von B`90/Die Grünen.

Der öffentliche Teil der Tagung beginnt am Donnerstag, 30.05.2023 um 14:00 Uhr im
Kulturmarktplatz (KUMA), Am Museumsufer 2, 38640 Goslar (Raum Arcachon).